Bayerisches Staatsministerium des Innern
München, 22. Juni 2007
Pressemitteilung Nr. 211/07
Beckstein bei Landesverkehrswacht Bayern e.V.:
"Verkehrssicherheitsarbeit zählt zu tragenden Säulen der Inneren Sicherheit"
"Unfallverhütung und Verkehrssicherheitsarbeit zählen ebenso wie Kriminalitätsbekämpfung und -vermeidung zu den tragenden Säulen der Inneren Sicherheit. Derzeit rangiert die Angst, im Straßenverkehr zu verunglücken, noch deutlich vor der Angst, Opfer einer Straftat zu werden. Dies veranschaulicht, wie wichtig das Engagement der Landesverkehrswacht als starker und kompetenter Partner der Polizei und den Straßenverkehrsbehören ist", betonte Innenminister Dr. Günther Beckstein anlässlich der Jahresmitgliederversammlung der Landesverkehrswacht Bayern e.V. am 22. Juni 1007 in Furth im Wald. Auch im Jahr 2006 war die Zahl der im Straßenverkehr zu Schaden gekommenen Personen rückläufig. Die Zahl der Getöteten ging gegenüber 2005 um über sieben Prozent, die der Verletzten um nahezu drei Prozent zurück. "Dennoch macht die letztjährige Bilanz von über 333.000 Verkehrsunfällen in Bayern, bei denen über 72.000 Menschen verletzt und 911 getötet wurden, deutlich, dass wir uns keineswegs bequem zurücklegen dürfen. An der hohen Gefährdung junger Fahranfänger hat sich leider grundsätzlich nichts geändert. Seit Jahren sind sie stark überproportional am Unfallgeschehen beteiligt. Hier ging die Zahl der Verkehrstoten zwar um 22 Prozent zurück, dennoch verunglückten 131 junge Verkehrsteilnehmer tödlich. Es besteht also weiterhin akuter Handlungsbedarf", so Beckstein.
Die jungen Führerscheinbesitzer von 18 bis 24 Jahren machen lediglich 7,5 Prozent der Bevölkerung aus. Ihr Anteil an den Verkehrstoten in Bayern betrug im Jahr 2006 aber immer noch rund 15 Prozent. "Die Gründe für die überdurchschnittliche Beteiligung an schweren Verkehrsunfällen liegen in einer Kombination aus mangelnder Erfahrung und erhöhter Risikobereitschaft. Seit Jahrzehnten stemmen wir uns gemeinsam mit unseren Partnern im Rahmen verschiedener Aktivitäten gegen den Unfalltod junger Menschen in Bayern", so Beckstein weiter. So wurden von den rund 130.000 jungen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die in Bayern 2006 ihren Führerschein erwarben, allein mit dem Programm "Könner durch Er-Fahrung" der Landesverkehrswacht Bayern weit über 10.000 geschult. Auch setzt die neue Verkehrssicherheitskampagne "Sicher und Fair im Straßenverkehr" insbesondere auf gefährdete Verkehrsteilnehmer wie junge Erwachsene. Ein weiteres Modell zur Senkung des Unfallrisikos junger Fahrer, ebenfalls auf freiwilliger Basis, ist seit 1. September 2005 in Bayern erfolgreich im Testbetrieb, das begleitete Fahren ab 17. Dabei sollen 17-jährige nach entsprechender Ausbildung in der Fahrschule und Führerscheinprüfung ein Jahr lang in Begleitung eines erwachsenen Führerscheininhabers Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln, bevor sie mit 18 Jahren allein fahren dürfen. 2006 haben mehr als 48.000 jugendliche Führerscheinbewerber an diesem Modellversuch teilgenommen. Dies entspricht beinahe jedem Dritten eines Jahrgangs. Die Teilnehmer am Modellversuch sind hinsichtlich des Unfallgeschehens unauffällig. So verursachten die jungen Fahrer während der Begleitphase 2006 lediglich 49 Unfälle. In den ersten drei Monaten dies Jahres wurden wieder über 12.000 Fahrerlaubnisse im Rahmen des begleiteten Fahrens mit 17 erteilt. Dabei verursachten die Teilnehmer lediglich 19 Unfälle. Dies entspricht weniger als 0,03 Prozent der Gesamtunfälle in diesem Zeitraum. Lediglich in fünf Fällen wurde ein Verstoß gegen die Begleitauflage festgestellt. Neben zahlreichen Fahrschulen unterstützt die Landesverkehrswacht Bayern e.V. dieses Modellprojekt mit Vorbereitungskursen für die jungen Fahrer und für deren Begleiter. "Bei etwa 130.000 Fahranfängern pro Jahr müssen wir auch künftig auf Breitenwirkung bedacht sein. Das kann nur gelingen, wenn wir gemeinsam Verantwortung für die betroffenen jungen Menschen übernehmen", hob Beckstein hervor.
Bayerisches Staatsministerium des Innern, Pressestelle
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