Schülerlotsen: Schutzengel für die Schulkinder

Bayerns Schülerlotsen ermitteln ihren Landessieger

 

In einem bundesweiten Wettbewerb der Deutschen Verkehrswacht und des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben sie am 22. Juli 2006 in Neuburg a.d.Donau ihr Wissen und Können unter Beweis gestellt:
Von den  60 000 Schülerlotsen,  die sonst Tag für Tag ihre jüngeren Kameraden vor Verkehrs-gefahren schützen,  sei es an gefährlichen Straßenübergängen oder beim Schulbus-Betrieb,
gibt es allein 13000 im Freistaat Bayern. Beim diesjährigen Landesentscheid in Neuburg/Donau haben sie jetzt ihren „Bayerischen Meister“ ermittelt. Ihm winkt die Fahrt zum Bundesentscheid des Lotsenwettbewerbs, der am 04. November in Rust ausgetragen wird.

In einer Vorrunde hatten die Lotsen bei Ausscheidungen auf der Kreis- und Bezirksebene erst einmal einen kniffligen Fragebogentest zu bestehen und Schätzaufgaben zu vollziehen. Bloßes Verkehrswissen genügte dazu nicht; auch Kenntnisse in Staatsbürgerkunde und Umweltschutz galt es unter Beweis zu stellen. Die 14 Besten aus den sieben bayerischen Regierungsbezirken kamen nun in den Landesentscheid, den die Verkehrswacht Neuburg/Donau mit weiteren Sponsoren im Autohaus Prüller gemeinsam ausrichtete.
Erneut mussten hier die jungen Verkehrshelfer ihre Fachkompetenz und ihr Wissen unter Beweis stellen. Im theoretischen Teil waren 35 Fragen über die alltägliche Aufgabenbewältigung aufgrund eines fundierten Grundwissens zu beantworten. Im Praxisteil galt es zunächst das eigene Reaktionsvermögen zu testen. Den Abschluss bildeten Geschwindigkeitsschätzungen bei herannahenden Fahrzeugen. Damit verbunden war die Frage nach dem schnellst möglichen Anhalten können ohne querende Kinder zu gefährden. Dass die Entfernung eines Fahrzeuges richtig taxiert wird, gilt schon seit der Ausbildung als zum "Alltagsgeschäft" gehörig.

Zum Sieger gekürt wurde der Lotse, der in allen Testbereichen die geringste Fehlerzahl zu verzeichnen hatte.

Von den Schulen zusammen mit den Eltern ausgewählt, von der Polizei ausgebildet und von der Verkehrswacht betreut, gehören die Lotsen im Freistaat gemeinsam mit rund 14 000 erwachsenen Helfern zu den so genannten Schulwegdiensten.

Wie gut diese „Schulweg - Schutzengel“ ihr Amt ausüben, unterstreicht eine Erhebung des Bayerischen Innenministeriums: an den von ihnen gesicherten Ampel - und Zebrastreifenübergängen ist seit Einführung der Schulwegdienste im Jahre 1953 kein einziges Schulkind getötet worden. Dagegen sind alleine im Jahr 2005   697  Schulwegunfälle mit  804  verletzten und sogar vier getöteten Kindern zu beklagen.

Deshalb tritt die Verkehrswacht mit Nachdruck für einen weiteren Ausbau der Schulwegdienste ein: An jeden gefährlichen Übergang und in jeden Schulbus gehöre eigentlich ein Lotse. Im Blick auf dieses Ziel sollten die Schulen, Elternbeiräte und Gemeinden noch aktiver werden. Ebenso wichtig sei, dass die Väter und Mütter ihre Kinder zu einer Tätigkeit als Schülerlotse ermuntern. Wo die Gewinnung von Lotsen wegen des erforderlichen Mindestalters von 12 bis 13 Jahren nicht möglich ist - dieses Problem gibt es vor allem an reinen Grundschulen -, bietet sich die Möglichkeit an, erwachsene Schulweghelfer einzusetzen.

Am Vormittag wurde die Veranstaltung durch den Neuburger Oberbürgermeister Bernhard Gmehling eröffnet. Der Präsident der LVW Bayern, Herr Dipl.Ing. Horst Schneider, dankte bei der Preisübergabe am Nachmittag der VW Neuburg/Donau und ihrem Vorstandsteam sowie dem  Bezirksvorsitzenden Ingolf Süß für die Vorbereitung und Ausrichtung der Veranstaltung. Sein besonderer Dank galt dem Vizepräsidenten der Landesverkehrswacht Bayern, Herrn Günter Fuchs, in dessen Verantwortungsbereich die Durchführung des Wettbewerbs lag. Er dankte auch dem TÜV Süddeutschland, dem Bayerischen Gemeindeunfallversicherungsverband und dem gastgebenden Autohaus Prüller für die gewährte Unterstützung der Verkehrssicherheitsarbeit. 

Als Landessieger wurde anschließend        Ronny Kuhles, KVW Vilsbiburg           ermittelt.
Er erhielt wertvolle Sachpreise und eine Urkunde des bayerischen Ministerpräsidenten und vertritt die Bayerischen Verkehrswachten am 04. November beim Bundesentscheid in Rust / Rüsselsheim. 

Den zweiten Platz belegte     Kristin Höfling, KVW Lohr
Dritter wurde                           Stefanie Grindinger, KVW Waldkirchen                                      

Weitere Platzierungen:        Florian Wirth, KVW Günzburg

                                               Melissa Simon, KVW Erlangen

                                               Vanessa Simon, KVW Erlangen

                                               Nadine Riederer, KVW Cham

                                               Marcel Puff, KVW Coburg

                                               Dennis Wetzelsperger, KVW Traunstein

                                               Martin Brandlmeier, GVW Taufkirchen

                                               Alex Reichel, KVW Bamberg

                                               Michael Steiner, KVW Ostallgäu-Süd

                                               Lena Rothaug, KVW Marktheidenfeld

Die Veranstaltung zur Siegerehrung wurde durch Beiträge der verschiedenen musischen Gruppen der Neuburger Grundschule am Schwalbanger  in eindrucksvoller Weise umrahmt.

 

Weitere Auskünfte erteilt: 

Vizepräsident der LVW Bayern                     Günter Fuchs

                                                                       Weinberggasse 12

                                                                       95659 Arzberg

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