Schülerlotsen ermitteln ihren Bundessieger
Eltern können beruhigt sein:
die deutschen Schülerlotsen sind wahre Schulweg-Schutzengel

In einem bundesweiten Wettbewerb der Deutschen Verkehrswacht und des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) haben sie ihr Wissen und Können unter Beweis gestellt: Die 55 000 Schülerlotsen, die sonst Tag für Tag ihre jüngeren Kameraden vor Verkehrsgefahren schützen. 14.432 von diesen freiwilligen Helfern gibt es allein im Freistaat Bayern. Beim diesjährigen Bundesentscheid in Regensburg haben sie auf dem Gelände der Firma Continental jetzt ihren „Deutschen Meister“ ermittelt.

In der Vorrunde hatten die
Lotsen bei Ausscheidungen auf der Kreis-,  Bezirks- und Landesebene erst einmal einen kniffligen Fragebogentest zu bestehen und Schätzaufgaben zu vollziehen. Bloßes Verkehrswissen genügte dazu nicht; auch ein breitgefächertes Allgemeinwissen galt es unter Beweis zu stellen.
Im Praxisteil mussten die Teilnehmer an einem Fahrsimulator zunächst das eigene Reaktionsvermögen testen. Den Abschluss bildeten Geschwindigkeits-schätzungen bei herannahenden Fahrzeugen. Damit verbunden war die Frage nach dem schnellst möglichen Anhalten können ohne querende Kinder zu gefährden.
Dass die Entfernung eines Fahrzeuges richtig taxiert wird, gilt schon seit der Ausbildung als zum "Alltagsgeschäft" gehörig.
Sieger konnte nur der Lotse werden, der in allen Testbereichen die geringste Fehlerzahl zu verzeichnen hatte.

Von den Schulen zusammen mit den Eltern ausgewählt, von der Polizei ausgebildet und von der Verkehrswacht betreut, gehören die Schülerlotsen in Deutschland gemeinsam mit den erwachsenen Helfern zu den so genannten Schulwegdiensten oder Verkehrshelfern.

Wie gut diese „Schulweg - Schutzengel“ ihr Amt ausüben, unterstreicht eine Erhebung des Bayerischen Innenministeriums: an den von ihnen gesicherten Ampel - und Zebrastreifenübergängen ist seit Einführung der Schulwegdienste im Jahre 1953 kein einziges Schulkind getötet worden. Deutschlandweit reicht diese Positivbilanz bis zum Jahre 1980 zurück.

 Dagegen sind allein in Bayern  im Jahr 2008   629  (Vorjahr 678)  Schulwegunfälle mit  751 (745)       verletzten Kindern zu verzeichnen. Bedauerlicherweise waren auch 2 getötete Kinder zu beklagen.

Bundesweit sieht die Bilanz folgendermaßen aus:

Deshalb treten Verkehrswacht und Elternverbände mit Nachdruck für einen weiteren Ausbau der Schulwegdienste ein: An jeden gefährlichen Übergang und in jeden Schulbus gehöre eigentlich ein Lotse. Im Blick auf dieses Ziel sollten die Schulen, Elternbeiräte und Gemeinden noch aktiver werden. Ebenso wichtig sei, dass die Väter und Mütter ihre Kinder zu einer Tätigkeit als Schülerlotse ermuntern. Wo die Gewinnung von Lotsen wegen des erforderlichen Mindestalters von 12 bis 13 Jahren nicht möglich ist - dieses Problem gibt es vor allem an reinen Grundschulen -, bietet sich die Möglichkeit an, erwachsene Schulweghelfer einzusetzen.

Der Bundesentscheid wurde in diesem Jahr durch die Verkehrswacht Regensburg ausgerichtet. Die Gesamtleitung hatte der Vizepräsident der Landesverkehrswacht Bayern, Günter Fuchs aus Arzberg. Ihm zur Seite stand die Geschäftsführerin der örtlichen Verkehrswacht Petra Syri.

Am ersten Veranstaltungstag bei der Firma Continental in Regensburg wurde der Wettbewerb durch den Geschäftsführer der Deutschen Verkehrswacht (DVW) Friedhelm Schmitz-Jersch und den Bezirksvorsitzenden der Oberpfälzer  Verkehrswachten, Dr. Wolfgang Laaths eröffnet.

Dann hieß es für die Schülerlotsen, im theoretischen und praktischen Teil des Wettbewerbes  erneut ihr Können und Wissen unter Beweis zu stellen. In einem nicht einfachen Testbogen mit 45 Fragen aus dem Anforderungskatalog des täglichen Einsatzes, galt es die höchste richtige Lösungsquote zu erreichen. Der Praxisteil fand unter äußerst schwierigen Bedingungen statt, denn es regnete während des ganzen Wettbewerbsablaufes Trotz dieser misslichen Ausgangslage waren die Lotsen  mit Eifer und großem Geschick bei der Sache und erbrachten hervorragende Leistungen Sicher waren sie schon allein dadurch motiviert, dass der Präsident der DVW, Kurt Bodewig, während des gesamten Wettbewerbs anwesend war.

Eine besondere Wertschätzung ihrer Tätigkeit erfuhren die jungen Verkehrshelfer bei der Festveranstaltung am Nachmittag bei der Firma Continental, wo sie durch den Leiter der kaufmännischen Abteilung Dr. Matthias Goss begrüßt wurden. Kein geringerer als der neu ernannte Staatssekretär im Innenministerium Gerhard Eck, der Präsident  der DVW Kurt Bodewig, der stellvertretende Bgm. der Stadt Regensburg Joachim Wolbergs und POR Klaus Müller  vom Polizeipräsidium waren zur Veranstaltung gekommen. DVW-Präsident Bodewig verwies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Schülerlotseneinsatzes in Deutschland. Staatssekretär Gerhard Eck betonte in seinem Festvortrag dass die Defizite unserer Zeit mangelnde Hilfe und Einsatz für den Nächsten sind.„Bei der heutigen Veranstaltung sind wir jedoch Zeugen davon geworden, dass gerade beim Schülerlotsendienst das Gegenteil bewiesen wird, und der Lotsendienst als Interessengemeinschaft mit hundertprozentiger Erfolgsgarantie bezeichnet werden kann.“

Der Präsident der LVW Bayern, Herr Dipl.Ing. Horst Schneider, dankte in seinem Grußwort der Verkehrswacht Regensburg und ihrem Vorstandsteam für die Vorbereitung und Ausrichtung der Veranstaltung. Sein Dank galt auch dem Vizepräsidenten der Landesverkehrswacht Bayern, Herrn Günter Fuchs, in dessen Verantwortungsbereich die Durchführung des Wettbewerbs lag. Er bedankte sich ebenso bei der Firma Continental, der BMW AG, dem Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) und allen weiteren Sponsoren für die gewährte Unterstützung der Verkehrssicherheitsarbeit

Der Vorsitzende der VW Regensburg, Dipl. Ing. Reinhard Meyer, verband sein Dankeschön an aktiv Mitwirkende und an Ehrengäste mit der Überreichung von heimischen Produkten, um so noch einmal auf die örtliche Leistungsfähigkeit aufmerksam zu machen.

Als Bundessieger wurde anschließend Thomas Siesenop aus Pfungstadt in Hessen ausgezeichnet.
Den zweiten Platz belegte die bayerische Vertreterin Melissa Simon aus Erlangen.
Dritte wurde Franziska Gischa aus Piesau in Thüringen.
Die weiteren an der Endausscheidung teilnehmenden Schülerlotsen erbrachten ebenfalls ausgezeichnete Leistungen und sie alle hätten es verdient, auf dem Siegerpodest zu stehen Oftmals entschied nur das berühmte Quäntchen Glück zum noch größeren Erfolg.

Sarah Zürn, Ludwigsburg (Baden-Württemberg)
Luka Lausen, Berlin (Berlin)
Cheyenne Meier, Eisenhüttenstadt (Brandenburg)
Daniel Ruske, Bremen (Bremen)
Larissa Kay, Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern)
Vera Freund, Papenburg (Niedersachsen)
Lisa Mäusezahl, Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen)
Elisa Bayer, Bad Marienberg (Rheinland-Pfalz)
Sascha Breuer, Lebach (Saarland)
Philipp Hornig, Schmiedeberg (Sachsen)
Yves Krümmling, Halle (Sachsen-Anhalt)
Denise Rittau, Schaalby (Schleswig-Holstein)

Alle Teilnehmer erhielten Urkunden, Pokale, Geld- und wertvolle Sachpreise durch Ehrengäste und Vertreter der Sponsoren:  BMW AG Armin Marchsreiter, Continennetal Dr. Matthias Goss.

Die Veranstaltung zur Siegerehrung wurde durch Beiträge von „Alles Bäss Tens“, einer Gesangsformation aus ehemaligen Domspatzen, in eindrucksvoller Weise musikalisch umrahmt.

Es war nicht verwunderlich, dass am Ende nicht nur die Wettbewerbsteilnehmer begeistert waren von zwei erlebnisreichen Tagen sondern vor allem die Begleitpersonen und Ehrengäste. Ganz sicher hat Regensburg durch diesen gelungenen Bundesentscheid nicht nur neue Bewunderer gefunden – sondern auch neue Freunde!

Weitere Auskünfte erteilt:
Vizepräsident der LVW Bayern
Günter Fuchs
Weinberggasse 12
95659 Arzberg
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